Anschluss Strategie
Als die ersten Restrukturierungswellen durch die Flure der Konzernzentrale rollten, verfielen die meisten Abteilungsleiter in Panik. Sie führten emotionale Grundsatzdiskussionen, klagten über mangelnde Wertschätzung oder verfielen in Schockstarre.
Ein langjähriger Manager traf eine völlig andere Entscheidung: Er hörte auf, seine emotionale Zukunft und seine Identität an das Unternehmenslogo auf seiner Visitenkarte zu hängen.
Anstatt sich von der drohenden Welle überrollen zu lassen, wurde er zum „Doppel-Unternehmer“.
Die Strategie der zwei Zeitschienen: 08:00–17:00 vs. 17:00–22:00

Er verstand die ungeschriebenen Gesetzmäßigkeiten des Konzerns:
Zwischen 08:00 und 17:00 Uhr: Er lieferte im Konzern exakt die sichtbare Performance, die Berichterstattung und das interne Framing ab, das gefordert war. Nicht mehr und nicht weniger. Damit hielt er sich intern den Rücken frei und lieferte keinen Grund, ihn herauszudrängen.
Zwischen 17:00 und 22:00 Uhr: Er nutzte seine Abende und Wochenenden, um im Hintergrund systematisch eigene Standbeine, Beratungsangebote und geschäftliche Optionen aufzubauen. Clever genug, hatte er sich rechtzeitig eine Genehmigung zum Nebenerwerb geben lassen.
Über einen Zeitraum von mehreren Jahren nutzte er das Gehalt des Konzerns als Risikopuffer für seine eigene Freiheit.
Der Exit zu eigenen Bedingungen
Als nach zehn Jahren schließlich der unabwendbare Punkt kam und HR zum Trennungsgespräch bat, saß er am Verhandlungstisch nicht als verunsicherter Bittsteller.
Er hatte massiv Wasser unterm Kiel. Weil er nicht mehr existentiell auf den Job angewiesen war, verhandelte er eiskalt, ohne Zögern und ohne Angst:
Er setzte eine maximale Abfindungssumme durch.
Er vereinbarte eine lange Freistellungsphase bei vollem Gehaltsausgleich.
Er nutzte die Abfindung als steueroptimiertes Eigenkapital für sein eigenes Unternehmen.
Fazit: Nutzen Sie den Druck als Treibstoff
Der Konzern schuldet Ihnen keine Lebensgarantie. Das ist ein Deal, die Loyalität ist begrenzt. Hören Sie auf, auf Dankbarkeit des Vorstands zu hoffen.
Wer die Realität akzeptiert und die verbleibende Zeit strategisch nutzt, entscheidet am Ende selbst, wann und zu welchen Konditionen sie zu neuen Aufgaben aufbricht.
Natürlich gibt es diesen Menschen so nicht. Vertraulichkeit ist bei mir erste Bürgerpflicht.
Aber es gibt die Bausteine, die ziemllich genau so passiert sind. Nicht alle von einer, aber auch ein Mosaik gibt ein gutes Bild ;-)
Wie sagt man: Machen ist wie wollen, nur viel besser !
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